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Tag der offenen Türe, 2006, Ziegelbrücke
Bericht von Frieda Sutter

Reiten mit Leichtigkeit und Eleganz

Seit Anfangs August sind Susanna und Claudio Carminati mit gut zwei Dutzend Pferden im Reitzentrum Ziegelbrücke daheim. Am Sonntag war Tag der offenen Türe mit Vorführungen.

Das Reitzentrum Ziegelbrücke hat sich in den letzten Monaten grundlegend verändert. Seit Susanna und Claudio Carminati eingezogen sind, weht ein frischer Wind.

Die gut zwei Dutzend Pferde werden in drei Gruppen gehalten. Jede hat einen gefestigten Auslauf, einen grossen Stall mit genügend Ruheplätzen sowie einen Futterautomaten, der es ermöglicht, auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Pferdes Rücksicht zu nehmen.

Zum Betrieb gehören aber auch grosse Weiden und acht Boxen für Gastpferde.

Reiten beginnt nicht erst auf dem Pferderücken

In der Reithalle herrscht reger Betrieb. Susanna Carminati ist lizenzierte Claus Penquitt- Trainerin. Ihr Motto heisst: „Reiten mit Leichtigkeit und Eleganz“. Reiten beginnt für sie nicht erst auf dem Pferderücken. Bis aufgestiegen wird, lernen die Pferde an der Longe das ABC. Mit immer wieder wechselnden Übungen wird das Interesse der Pferde geweckt. Alle haben offenbar Spass daran und arbeiten konzentriert mit. „Sie bieten oft mehr an, als ich von ihnen will“, sagt Susanna Carminati von den Jüngsten. Da die Gesunderhaltung der Pferde eines der wesentlichsten Ziele ist, wird aber zuerst geduldig Muskulatur aufgebaut und während mehreren Monaten im Schritt und Trab gearbeitet. In dieser Zeit fassen die Pferde Vertrauen zu ihrer Ausbildnerin. Die Füsse präzise aufsetzen, gute Beweglichkeit entwickeln, Seitengänge und auch Zirkusnummern gehören zum Grundprogramm.

Vorbilder sind altklassische, altkalifornische und iberische Meister. Ihre Leitsätze sind in der Reitweise von Claus Penquitt vereint und Susanna Carminati war die erste Trainerin, die von ihrem Lehrmeister zur Vermittlung seiner Methode autorisiert wurde. Während mehreren Jahren haben Susanna und Claudio Carminati einen Betrieb in Wangen geführt. Mit dem Umzug nach Ziegelbrücke ist viel Arbeit auf das Paar zugekommen. Aber auch die Möglichkeit, durch die Gruppenhaltung noch mehr auf die Psyche der Pferde einzugehen.

Beeindruckende Vorstellungen

Mit der Vorstellung verschiedenen Schaunummern in der Reithalle auf dem Jenny-Areal in Ziegelbrücke wurde am Sonntag Einblick in die Arbeitsweise von Susanna Carminati gegeben. Quadrillen – eine gar von sechs Reitern mit Handpferd – die Ausbildung junger Pferde und vieles mehr verblüffte Laien und zum Teil auch Reiter. Zum Schluss überreichten die Reitschülerinnen und –Schüler der Familie Carminati ein Bäumchen als Symbol für neue Lebendigkeit, die am neuen Standort des Betriebs Einzug halten solle.






Vertrauen der Pferde gewonnen - Tag der offenen Türe 2005
Bericht von Frieda Sutter, March Höf Zeitung vom 3. Mai 2005

Die Vorbilder für Susanna Carminati sind altklassische, altkalifornische und iberische Reitweisen. Was sie mit ihren Schülern in den Showvorführungen vom Sonntag zeigte, passt aber auch in die heutige Zeit.

Ausgeglichene Pferde, die richtig darauf warten, etwas mit ihrem Menschen zu unternehmen. Auch solche, die einiges mehr können, als man von einem Pferd eigentlich erwartet, prägten die Vorführungen vom Sonntag in der Reithalle im Stall Buechberg. Keine Frage, dass dies viel Vorbereitung und manche Übungsstunde gebraucht hat. Aber auch keine Frage, dass da eine Frau am Werk ist, die viel inneres Feuer und einen ausgezeichneten Draht zu den Tieren hat.

Unterstützung bekommt die anerkannte Claus-Penquitt-Trainerin von der ganzen Familie. Tochter Lesley zeigte in einem Pas de deux mit Mutter Susanna, dass Reiten tatsächlich «kinderleicht» ist.

Claudio Carminati ist ebenfalls seit Jahren und mit viel Sorgfalt und Engagement dabei.

Sohn David schliesslich bekam seinen Auftritt in der Zaubernummer. Da wurde aus dem kleinen Scheckenpony zunächst ein noch kleineres. Doch mit dem richtigen Zauberspruch schliesslich ein «grosses».

Schüler in Quadrillen

Pferde gleich dutzendweise kamen bei den Quadrillen in die Halle. Ob Freiberger oder «bunte Smarties», alle zeigten perfekte Figuren in anspruchsvollen Choreografien.

Seitengänge sind ein wichtiges Element in der Ausbildung bei Susanna Carminati und effektvoll im Gesamtbild.

Mut, Ungewohntes zu tun

Bei den Lektionen mit den jungen Pferden oder in der Nummer mit Trail-Elementen zeigte sich eindrücklich, dass es nicht rohe Kraft ist, die ein Pferd zum Mitarbeiten bringt, sondern die Einsicht, dass nichts gefährlich ist, was Susanna möchte.

Ballone und Plastikbahnen waren absolut kein Fluchtgrund, und sogar das Wippen auf einem Brett machte Spass

So galoppierten Pferde durch den Bändervorhang oder eine Papierwand, sie legten sich flach auf den Boden oder stellten alle vier Hufe auf die Ecken eines Papiertaschentuches…